Düngung

Für die Prozesse der Assimilation (Umsetzung von Co2 und H2O in Zucker) benötigen die pflanzen Nährstoffe. Den Pflanzen wird ebenso durch den Schnitt und das Entfernen des Mähgutes permanent Nährstoffe entzogen, die in ausreichendem Maße nachgefüllt werden müssen.

Unterschieden wird generell zwischen Ein- und Mehrnährstoffdüngern in unterschiedlicher Zusammensetzung und mit oder ohne Spurenelemente. Wichtig ist weniger der absolute Nährstoffgehalt als das Verhältnis vor allem der Hauptnährstoffe zueinander.
Weiter werden die Dünger nach der Wirkungsdauer eingeteilt, was insbesondere für den Hauptnährstoff Stickstoff von großer Bedeutung ist.

 

Mineralische Dünger leichtlöslich, schnellwirkend
Organische Dünger Langzeitwirkung durch Umsetzungsprozesse, aufgrund humusfördernder Wirkung auf künstlichen Bodenaufbauten (Sportplätze) nur eingeschränkt geeignet.
Organisch-mineralische Dünger durch Kombination von Sofort- und Langzeitwirkung, nicht wasserlösliche N-Formen oder umhüllte Düngerkörner sorgen für eine langsam fließende N-Quelle.
Synthetische Dünger mit Langzeitwirkung durch schwer lösliche N-Formen, z.B. Formaldehydharnstoff.

Die Düngung sollte generell nach Bodenanalyse und je nach Rasenfläche, Nutzung und Pflege bedarfsgerecht gestaltet werden.
Folgende Tabelle soll einen kurzen Überblick geben über den Bedarf einiger Rasentypen:

Jährlicher Bedarf in g Reinnährstoff/m2

Rasentyp

Stickstoff (N)

Phosphat (P2O5)

Kalium 
(K2O)

Magnesium (MgO)

Zierrasen 10-25 3-5 10-15 1-2
Gebrauchsrasen        
  geringe Belastung 5-15 2-3 8-12 1-2
  hohe Belastung 10-15 3-5 10-15 2-3
Sportrasen        
  geringe Belastung 15-25 5-10 15-20 2-3
  hohe Belastung 20-35 10-15 20-25 3-5
Landschaftsrasen 0-10 0-5 0-10 0-1

Bei Blumenwiesen: Eine Düngung sollte lediglich auf sehr armen Böden (Rohböden) erfolgen, um eine Grundversorgung mit Phosphat, Kali und Magnesium zu erreichen (z.B. 50-100 g/m2 Thomaskali). Der pH-Wert sollte zwischen 6,5 und 7,0 liegen, darunter sollte mit einer Kalkung verbessert werden. Bei Bedarf Abmagerung des Bodens mittels Sand.

Die Dünger-Tonne
(Justus Freiherr von Liebig)

Sie verdeutlicht das "Minimumgesetz" (1855):
Auf das Verhältnis der Nährstoffe zueinander kommt es an. Das Wachstum wird durch den Nährstoff begrenzt, der am wenigsten (Minimum) zur Verfügung steht.

An diesem Beispiel fehlt es an Stickstoff (N). Die anderen Nährstoffe wirken ebenfalls nur bis zu diesem Niveau.

Hauptnährstoffe

N (Stickstoff) Baustoff für Proteine und Enzyme, Aufnahme als Ammonium- oder Nitrat-Ion. 
Ein Mangel führt zu Chlorosen und reduziertem Wachstum. ein Überschuss zu weichem Gewebe und gesteigerter Krankheitsanfälligkeit. Stickstoff ist der wichtigste Grundnährstoff der Pflanze.
P (Phosphor) Baustein der Energieträger und Proteine, Aufnahme als Phosphat-Ion.
Geringe Verfügbarkeit bei niedrigem pH-Wert. Erhöhung der Frostbeständigkeit.
K (Kalium) Enzymtätigkeit, regelt den osmotischen Druck in der Zelle und reguliert damit den Wasserhaushalt. Aufnahme als Kalium-Ion. Auswaschungsgefährdet in leichten Böden.
Ca (Calcium) Zellwandstabilisierung, verbreiteter Baustein, erhöht den pH-Wert im Boden.

 

Spurenelemente

Fe (Eisen) Chlorophyllbildung und Enzymreaktionen, Verfügbarkeit reduziert bei hohem pH-Wert.
Ein Mangel äussert sich in Streifenchlorose der Blätter. Eisen reduziert einen Moosbefall im Rasen.
Cu (Kupfer)
Zn (Zink)
Bestandteile von Enzymen zu Wuchsstoff- und Chlorophyllbildung.
Ein Mangel führt zu Chlorosen und Absterben der Knospen.
S (Schwefel) Aufnahme als Sulfat-Ion. Baustein für Aminosäuren und Vitamine. Neuerdings (durch Entschwefelungsanlagen z:B.) zunehmend im Mangel.